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Das war unser Vortrag auf der NSCA Youth Conference 2026

23. Juni 2026 15:43

Krafttraining bei Kindern: Wo fängt man an – und wie hält man sie bei der Stange?

Wann darf ein Kind eigentlich mit Krafttraining beginnen? Diese Frage hören Christoph Hofer und Christian Sukdolak immer wieder – von Headcoaches, die nur „ein bisschen Athletik“ einplanen wollen, und von Eltern, die ihren Nachwuchs weiterbringen möchten. Die Antwort ist klar: so früh wie möglich. Die alte Vorstellung, man müsse warten, bis die Wachstumsfugen geschlossen sind, ist überholt. Die Studienlage ist eindeutig, und Kraft ist das wichtigste Zahnrad im gesamten Nachwuchstraining – egal, was sonst noch auf dem Plan steht.

Eine vielseitige Toolbox anstelle nur schwerem Schanzwerkzeug

Der größte Fehler: gleich mit den „großen“ Übungen einsteigen – schwere Kniebeugen, schwere Deadlifts. Klar, die funktionieren. Aber wer von Anfang an nur die großen Schraubenschlüssel im Kasten hat, steht später dumm da. Kommt eine Verletzung, eine Phase mit reduzierter Intensität oder eine Regression, fehlen die kleinen Werkzeuge. Was nie gelernt wurde, lässt sich nicht abrufen.

Die Lösung ist eine breite, gut strukturierte Long-Term-Athlete-Development-Toolbox: von einfach über komplex zu schwer. Die Intensität wird zuerst über die Übungsprogression gesteigert – Winkel, Hilfsmittel, Geschwindigkeit –, nicht über das Gewicht. Eine Übung gilt erst als „beherrscht“, wenn dreimal zwölf saubere Wiederholungen zweimal hintereinander sitzen. Dann geht es weiter. Und während die neue Technik gelernt wird, wird die vorhergehende beladen – Teach und Load parallel.

Das Wachstum mitdenken

In der Foundation Phase (vor dem Wachstumsspurt) liegt der Fokus auf Technik und Bewegungskompetenz. In der Development Phase (im Wachstumsspurt) kommt die Kraftentwicklung dazu – aber Vorsicht: Hebelverhältnisse, Körperschwerpunkt und Koordination verändern sich. Eine gewohnte Übung funktioniert plötzlich nicht mehr. Das liegt nicht an schlechtem Coaching, sondern an der Biologie. Erfahrene Coaches haben die Regression deshalb immer im Hinterkopf und können bei Bedarf sofort darauf zurückgreifen: Wer oben beim Trap-Bar-Deadlift war, steigt im Wachstumsspurt wieder mit dem Dumbbell-Deadlift ein, um die neuen Hebel koordinativ neu zu lernen. Entscheidend ist eine Struktur, die alle Eckpunkte enthält – so weiß man jederzeit, wo man steht und worauf man zurückgreifen kann.

Buy-in: der eigentliche Knackpunkt

Der Erwachsene kommt, weil er Kniebeugen machen will. Der Achtjährige steht da, weil der Trainer „Athletik“ gesagt hat – eigentlich will er Ball spielen. Genau hier entscheidet sich alles. Aus dem langweiligen Walking Lunge wird der „Zombie Lunge“ (Stab in den Händen, Oberkörper bleibt automatisch aufrecht). Aus dem Liegestütz der „Raketenliegestütz“. Das Wording holt die Kinder ab – und plötzlich ist die Ausführung sauber, ohne dass man zehnmal korrigieren muss.

Ein praktisches Detail am Rande: Stäbe und Gummibänder erst nach der Erklärung verteilen. Sonst wird aus der Coaching-Session ein Schwertkampf.

Die wichtigste Botschaft

Zögert nicht. Fangt an. Viele der Fehler, die im Kindertraining passieren, sind völlig okay – sie führen nicht sofort zu Verletzungen. Wer nach jeder Wiederholung unterbricht, nimmt den Kindern die Chance, sich die Bewegung selbst anzueignen. Lasst euer Coaching wirken.

Das vollständige Video dieses Vortrags wurde gerade in den Kurs „Kraft- und Konditionstraining im Kindes- und Jugendalter“ mit Alexander Pürzel aufgenommen. Die dort verfügbare lebende Bibliothek wird laufend erweitert und aktualisiert – du bekommst also nicht nur diesen Vortrag, sondern fortlaufend neues Material.

Der nächste Kursdurchgang startet im Frühjahr 2027. Jetzt Platz sichern: 👉 Kraft- und Konditionstraining im Kindes- und Jugendalter

Autoren
EINS-A COACHING

Die EINS-A Coaching OG (Educational Institute for Sports – Austria) hat es sich zum Ziel gesetzt Strength & Conditioning Coaches ein Fortbildungsangebot auf höchstem Niveau zu bieten!

Das Angebot umfasst sportwissenschaftliche Fachbeiträge mit Wissenschaftlern aus der ganzen Welt, sowie sehr praktisch orientierte Workshops mit Weltklassetrainern/innen. Dabei legen wir darauf Wert, dass sowohl Hintergrundwissen für ein tiefes Verständnis von Trainingsprozessen, Physiologie, Psychologie und Rehabilitation vermittelt wird, als auch der praktische Einsatz!

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