LTAD Kraftprogression
8. Juli 2026 09:25Krafttraining im Nachwuchssport: Wie man Struktur, Progression und Spielfreude zusammenbringt
Krafttraining mit Nachwuchssportler:innen ist eine große Herausforderung. Nicht, weil Kinder und Jugendliche nicht trainieren wollen – ganz im Gegenteil. Sondern weil in der Praxis oft viele wichtige Inhalte auf sehr wenig Zeit treffen.
Bewegungskompetenz, Kraft, Stabilität, Schnelligkeit, Koordination, Technik, Spielverständnis, Belastungsverträglichkeit – all diese Themen sollen im Nachwuchstraining irgendwie Platz finden. Gleichzeitig dürfen die Einheiten nicht zu trocken, zu lang oder zu „erwachsen“ wirken. Denn wenn Kinder bei der dritten kontrollierten Wiederholung innerlich schon ausgestiegen sind, hilft auch der beste Trainingsplan wenig.
Genau hier braucht es einen klugen Zugang.
Krafttraining muss nicht immer wie klassisches Krafttraining aussehen
Wenn wir über Krafttraining sprechen, denken viele sofort an klassische Übungen: Kniebeugen, Ausfallschritte, Hip Hinge, Planks, Liegestütz oder Core-Übungen. Diese Bewegungsmuster sind natürlich wichtig. Aber gerade im Nachwuchssport müssen sie nicht immer in ihrer klassischen Form trainiert werden.
Viele Kraftelemente lassen sich hervorragend in Spielformen, Partneraufgaben oder kleine Challenges integrieren. Ein Schubkarrenrennen ist zum Beispiel kein klassischer „Strength Drill“ – und trotzdem sehen wir darin Belastungen für Rumpf, Schultern, Arme, Hüfte und Koordination. Ähnliches gilt für Zieh- und Schiebespiele, Krabbelvarianten oder kleine Wettkampfformen.
Der Vorteil: Die Kinder erleben die Aufgabe nicht als langweilige Pflichtübung, sondern als Spiel. Der Trainingsreiz ist trotzdem vorhanden.
Kurz halten, klar strukturieren, sinnvoll steigern
Ein wichtiger Punkt im Nachwuchstraining ist die Dauer der Einheiten. Gerade Kraftblöcke sollten oft kurz, fokussiert und abwechslungsreich aufgebaut sein. Es geht nicht darum, möglichst viele Übungen in eine Einheit zu pressen, sondern gezielt Bewegungsmuster zu entwickeln.
Dafür hilft es, sich für einen bestimmten Zeitraum einige wenige zentrale Elemente herauszunehmen. Zum Beispiel:
Squat
Hinge
Core
Push
Pull
Lateral
Diese Elemente können dann über mehrere Wochen hinweg immer wieder aufgegriffen und progressiv gesteigert werden. Dadurch entsteht Wiederholung, ohne dass es sich ständig gleich anfühlt.
So können Coaches ihren Athlet:innen sagen: „Ihr kennt diese Bewegung schon aus der letzten Woche – heute machen wir Level 2.“
Das schafft Orientierung, Motivation und echte Entwicklung.
LTAD: Langfristig statt zufällig trainieren
Genau hier kommt das LTAD-Konzept ins Spiel. LTAD steht für „Long-Term Athlete Development“ – also die langfristige Entwicklung von Athlet:innen.
Der Grundgedanke: Training im Kindes- und Jugendalter sollte nicht einfach eine verkleinerte Version von Erwachsenentraining sein. Es muss altersgerecht, entwicklungsorientiert und langfristig aufgebaut werden.
Im Nachwuchssport geht es nicht nur darum, kurzfristig stärker zu werden. Es geht darum, eine breite athletische Basis aufzubauen, Bewegungskompetenz zu entwickeln und Kinder Schritt für Schritt an höhere Belastungen heranzuführen.

Das bedeutet:
Nicht jede Übung muss sofort perfekt aussehen.
Nicht jedes Kind ist zur gleichen Zeit für die gleiche Progression bereit.
Stattdessen braucht es ein System, das Bewegungsmuster aufbaut, Varianten anbietet und Entwicklung über Wochen, Monate und Jahre denkt.
Spielerisches Training bedeutet nicht, dass alles zufällig passiert. Im Gegenteil: Je besser die Struktur im Hintergrund ist, desto freier und kreativer kann die Umsetzung in der Praxis sein.
Wichtig ist, dass die Progression nicht dem Zufall überlassen wird.
Genau dafür haben wir unsere LTAD-Kraftprogression als Tabelle vorbereitet. Sie soll Coaches dabei helfen, Krafttraining im Nachwuchssport langfristig, strukturiert und gleichzeitig attraktiv aufzubauen.
Die Tabelle zeigt, wie zentrale Kraftmuster altersgerecht entwickelt und über verschiedene Levels gesteigert werden können.
Wer die LTAD-Kraftprogression nutzen möchte, findet sie kostenlos über den Link in Bio beziehungsweise auf unserer Website zum Download.
Die EINS-A Coaching OG (Educational Institute for Sports – Austria) hat es sich zum Ziel gesetzt Strength & Conditioning Coaches ein Fortbildungsangebot auf höchstem Niveau zu bieten!
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